Zum Glück in die Zukunft

Marten Laciny, geboren am 4. Dezember 1982 in Rostock, aufgewachsen in der Plattenbausiedlung Lichtenhage, ehemaliger Kapitän der Jugendmannschaft des FC Hansa Rostock und sogar Mitglied der U17-Nationalmannschaft, wurde im zarten Alter von 18 Jahren in New York als Model entdeckt und hat daraufhin in Paris und Mailand für Hugo Boss, Diesel und Valentino gearbeitet, bevor er dann schließlich die REDUTA Schauspielschule in Berlin besuchte.
Für die audiovisuellen Menschen unter euch hat Marteria – wie sich Marten unter anderem nennt – seinen Lebenslauf in Reimform auf einem Video festgehalten:
Vor vier Jahren tauchte Laciny erstmals auf der Bildfläche der Öffentlichkeit auf. Das Hip Hop-Fachmagazin JUICE zeigte sich auf Anhieb beeindruckt von der Innovationskraft seines Debütalbums Halloziehnation, das er unter dem Alias-Namen Marsimoto aufgenommen und über das Indie-Label Magnum12 veröffentlicht hatte. 30 schräg-verstolperte Songskizzen, aus Sicht einer kiffenden Alien-Comicfigur mit Heliumstimme erzählt, inspiriert vom kalifornischen Beat-Guru Madlib aka Quasimoto.
2007 folgte Base Ventura, das erste Album Lacinys unter dem Künstlernamen Marteria, die fortschreitende Mundpropaganda kulminierte schließlich in öffentlichen Lobpreisungen durch Jan Delay und Peter Fox, die ihn genau wie Sido und Samy Deluxe als Tournee-Support verpflichteten. Marteria unterschrieb einen Künstlervertrag bei Four Music und veröffentlichte als erstes Lebenszeichen in der neuen Labelheimat das Marsimoto-Album Zu zweit allein. Bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest trat er 2008 mit dem Song Zum König geboren für sein Heimatland Mecklenburg-Vorpommern an:
Am 20. August erscheint mit Zum Glück in die Zukunft das vierte Album des Künstlers mit den zwei Gesichtern. Die Soundarchitekten dieser Platte sind Monk, DJ Illvibe und Berger, zusammen bekannt als The Krauts. Sie haben zusammen mit Peter Fox dessen Soloalbum Stadtaffe produziert, das sich bis heute über eine Million Mal verkauft hat, was einer fünffachen Platinauszeichnung entspricht.
Um das Album zu schreiben, bezogen Marteria und The Krauts vor gut zwei Jahren eine Zweckwohngemeinschaft in einem dänischen Ferienhaus. “Da war nur eine Koppel mit zwei Pferden und das Meer in Sichtweite, du hast ein Eichhörnchen furzen hören”, lacht Marteria. In der Sauna wurde die Aufnahmekabine errichtet, in den Schlafzimmern wurden Keyboards und Equipment aufgebaut. Nach zwei Wochen kehrten die Musiker mit einem dicken Batzen Songlayouts zurück. All die Ideen, die Marteria in seiner lauten, hektischen Wahlheimat gesammelt hatte, konnte er in der abgeschiedenen Idylle der dänischen Provinz endlich zu Papier bringen.
Neben den Krauts sind die Mitstreiter auf Zum Glück in die Zukunft ein buntes Sammelsurium aus glühenden Verehrern, Freunden, Mentoren und Lieblingsmenschen des Wahlberliners. Da wäre natürlich Jan Delay, der Supporter der ersten Stunde. Auch Peter Fox hat eines seiner seltenen Features aufgenommen – nicht nur, weil er ohnehin öfters bei den Krauts im Studio vorbeischaut, sondern auch, weil er einfach an Marteria glaubt. Miss Platnum, die mittlerweile zu seiner guten Freundin geworden ist und mit ihrer gewaltigen Stimme gleich auf mehreren Songs in Erscheinung tritt. Casper, die andere Hoffnung des neuen deutschen Hip Hop. Yasha, ein in New York lebender Exilberliner und das nächste große Projekt der Krauts. Und nicht zuletzt Marsimoto – der imaginäre Bruder, das verkiffte Comic-Alter-Ego von Marteria, das ihm aber letztlich den Weg geebnet hat.
Am Ende des Tages ist Zum Glück in die Zukunft eine Hip Hop-Platte. Allerdings eine, die sich fernab von albernen Räuberpistolen und billigem Ami-Abklatsch eine ganz eigene Spur gesucht hat. Eine Platte, die Hip Hop in seiner ursprünglichsten Form definiert und Einflüsse aus Electro, Dancehall, Grime und Dubstep zu einem hochexplosiven Gemisch verdichtet. Eine Platte, die lange Zeit in ihrer Entstehung gebraucht hat und ihre Hörer eine noch längere Zeit lang begleiten will. Kurzum: Eine Platte, die gekommen ist, um zu bleiben.
Company Flow rappten einst, man brauche “8 Steps To Perfection”. Mit Zum Glück in die Zukunft ist Marteria auf der neunten Stufe angekommen.
Quelle: Four Music/JUICE (Stephan Szillus)



